5.21 Restriktivsätze

Die Restriktivsätze (einschränkenden Sätze) beschränken den Inhalt des Hauptsatzes, indem sie einen Vorbehalt (hochdeutsch: „insofern; es sei denn, dass“) oder eine Ausnahme (hochdeutsch: „trotzdem“) zum Ausdruck bringen. Im Plattdeutschen sind sie stets sehr einfacher Art:

So veel as ik weet, hett he dat seggt
So wiet as ik em kenn, deit he dat ni
Wat mi angeiht, kannst du dat doon

Als missbräuchlich muss es bezeichnet werden, die hochdeutschen Bindewörter „insofern“ oder „trotzdem“ in solchen Sätzen zu verwenden:

Leider kunn man denn ok weeten, wer de Sieger blev, trotzdem dat de ganze Rossmöl ehrn Herrn vör en lütten Napoleon heel (Gr. 3, 340)1 (besser: De ganze Rossmöl meen, ehr Herr vör en lütten Napoleon. Aver liekers kunn man weeten, …)

Trutzdem ehr Bewegungen man langsam wieren, hinner ehr dat doch nich, en düchdige Regentin un Wirtschafterin to wesen (KL, L. 2, 159)2 (besser: Se beweeg sik wull langsom, man dat hinner ehr nich dorbi, …)

(ursprünglich Abschnitt 119 in Meyers Buch “Unsere Plattdeutsche Muttersprache”)


  1. Groth, Gesammelte Werke, Kiel 1893 (Unveränderte Nachdrucke 1898, 1909, 1913, 1918, 1920): Band 3 
  2. Kloth, De Landrathsdochder, Garding 1885